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The Elder Scrolls – der neue Sammelband

1994 kam der erste Teil der The Elder Scrolls Reihe auf den Markt. Arena begeisterte die Gamerschaft. Fünf neue Teile der Hauptreihe später ist The Elder Scrolls 32 Jahre alt und ein Sammelband aus den Game Studies dazu erschienen. Mit dabei auch mein Beitrag zum Thema ‚Weiße Vorherrschaft und Rassismus in Videospielen am Beispiel von Skyrim‘.

Als ich 2025 den Aufruf von Rudolf sah, dachte ich mir so: „Wie cool, eine tolle Gelegenheit!“


Ich dachte, dass ich die Spielereihe kenne. Als Teenager fing ich an mit Morrowind. Stunden verbrachte ich in dieser Provinz! Mit Oblivion ging es weiter. Tor um Tor schloss ich, wurde Heldin² von Kvatch zu sein. (² trotz männlichem Charakter, scheinbar ein komischer Übersetzungsfehler!). 2011 begann dann meine Reise durch Himmelsrand. Begeistert war ich davon, Magie zweihändig führen zu können. Links ein Feuerball und rechts auch. Aus Gründen der Unkreativität. Wie sooft wurde ich ein Magier! Erzmagier der Akademie von Winterfeste, um genau zu sein.


Jahre später, im Studium, ging es dann um Medienproduktion, um Gesellschaft und Wechselwirkungen. Diskriminierung wird in Medien mit reproduziert. Mal offensichtlich, mal subtil. Ich las Texte zur (queer)feministischen Medienwissenschaft, zu antirassistischen Ideen. Da las ich dann mal einen Text, der zahlreichen Fantasy-Welten Rassismus ‚vorwirft‘. Na ja, es ist weniger ein Vorwurf als vielmehr ein Fakt.
Denk‘ an deine mittelalterlichen Fantasywelten, an Herr der Ringe oder ähnliche Konsorten. Welche dort im Universum immanenten Völker werden eigentlich wie dargestellt? Wer trägt welche Eigenschaften mit sich herum – ebenfalls immanent im gesamten Volk verankert? Der Herr der Ringe. Weiße Retter und Helden, die aus dem Westen kommen. Elfen/Elben, die ganz groß und weißhäutig und blond sind. Klug auch! Im Osten des Landes dann Orks und Ähnliches. Die sind irgendwie klein und dunkelhäutiger, hässlich und dumm. Ein Zufall?
Ich dachte, ich kenne TES V: Skyrim. Ja, dort im Lande gibt es einen Bürgerkrieg, das wusste ich. Einheimische Nord gegen die elitären Kaiserlichen. Ein Freund der Nord war ich stets, bin ich doch gar kein Freund von den aggressiven Kolonialisten.


Das Lesen für den Text fing ich also an. Ich stürzte mich in ingame Texte, verschlang Wissen um die Geschichte der Provinz Himmelsrand, las mehr über die Historie ganz Tamriels, verinnerlichte die Mythologie des dortigen Universums. Meine Freunde, die Nord? Kolonialisten, die einen Genozid an Elfen durchgeführt haben. Die Provinz Himmelsrand ist weiß – nicht nur wegen des Schnees. Fast alle wichtigen und hohen Posten und Ämter sind es auch. Die Vielfalt des Kontinents Tamriels findet man dort kaum wieder.


Ich kann Skyrim nie wieder so spielen wie zuvor. Wenn du Skyrim auch mit anderen Augen spielen willst, dann gönn’ dir den Sammelband.

Abstract meines Textes:

Was macht Rassismus in Videospielen mit uns? Für die Role-Playing-Game-Studies keine irrelevante Frage. Auch Spieler*innen sind verschiedene Völker im Spiel unumgänglich begegnet. Jedes Volk kommt mit eigenen Boni, Nachteilen, eigener Kultur und Darstellung. Rassismus ist ein Phänomen in Gesellschaften und Kulturen. So findet er auch seinen Weg in die Videospielproduktion (Peck et al., 2011). Denn eine rassistische Gesellschaft setzt immer wieder Mechanismen und Praktiken zur Reproduktion und Aufrechterhaltung um (Arndt, 2017; Bonilla-Silva, 2001). Ein Teil dessen ist auch die Medienwirklichkeit, die unseren Blick auf die Realität formt (Appel, 2008; Hickethier, 2010). Denn Videospiele sind nicht nur Unterhaltung, sondern auch Plattform für ein dynamisches (Kennen)lernen der Welt (Everett & Watkins, 2008). Der vorliegende Beitrag geht Skyrim und der fiktiven Geschichte des Kontinents auf den Grund. Dabei dient das Abbild des ‚weißen Mannes‘ als Referenzrahmen für die theoretische Erkundung der Spielwelt, um zu betrachten, wie die fiktive Welt unsere rassistisch geprägte Realität reproduziert. Es zeigt sich eine rassistische Fiktion, die bei den weißen und mächtigen Nord als stereotyp weißes Volk anfängt und einer nationalistischen Rebellengruppe endet. Und damit, dass diskriminierende Fiktion die diskriminierende Realität verfügbar macht (Appel, 2008).

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