Was soll das heißen, Diagnosen sind Machtinstrumente? Krankheiten gibt's doch oder eben nicht. Das dachte ich früher auch und du vielleicht auch bisher. Doch Psychiatriekritik ist wichtig und auch die unkritische Annahme von Diagnosen als gegebene und natürliche Größen. Krankheiten und Störungsbilder sind das, was nicht normal ist. Klingt logisch, denn ein gebrochenes Bein ist ja die nicht-normale Version – normalerweise ist es intakt. Das lässt sich auch im Bezug auf psychiatrische Diagnosen und psychische Störungsbilder so betrachten: Ständig nur traurig sein ist nicht normal, fremde Stimmen hören, die nicht da sind, auch. Könnte man so sehen. Wenn jedoch von Normalität die Rede ist, frage ich gerne: Welche Norm(alität) setzt du hier an?