Jedes Jahr begeistert die Leipziger Buchmesse ein Millionenpublikum. Dieses Jahr gab es für das Publikum etwas Neues: Mich!
Für mich gab es hier das erste Mal auf einer Bühne, um vor neugierigen Menschen über mein Buch zu reden. So ganz offiziell, mit Mikrofon, Moderation und Publikum. Dieses Jahr zur Leipziger Buchmesse folgte ich der Einladung meines Verlages – Springer Nature -, mein Buch (Einmal queer gespielt!) am Stand in Halle 2 auszustellen. Allein das war bereits ein besonderer Moment – das eigene Werk zwischen so vielen anderen Veröffentlichungen sehen zu können, in einem Kosmos aus Literatur und Wissenschaft.
Ein Highlight war für mich und die Besucher*innen natürilch das Forum Sachbuch: Wissen. Dort durfte ich nicht nur alleine sprechen, sondern wurde von Dr. Mario Donick moderiert, dem Herausgeber von Über/Strom. Das machte die Situation gleich doppelt spannend: kein klassischer Vortrag, sondern ein Gespräch. Eine Dynamik, die mir sehr gut funktionierte – auch wenn ich im Vorfeld durchaus ein wenig nervös war.
Doch sobald ich auf der Bühne saß und die ersten Worte gesprochen waren, wich die Nervosität einer überraschenden Ruhe. Geleitet von Marios Fragen sprachen wir über Queerness – darüber, was dieser Begriff bedeuten kann, wie vielfältig er ist und warum er gerade in medialen Kontexten so wichtig ist. Wir diskutierten die Rolle von Repräsentation, ihre gesellschaftliche Relevanz und ihre Wirkung auf Individuen. Und natürlich konnten wir es uns nicht verkneifen, ein wenig zu „nerden“: Gaming-Beispiele durften nicht fehlen. Ein kurzer Ausflug zu Mass Effect sorgte für zustimmendes Nicken im Publikum – und ich habe mir fest vorgenommen, bis zur nächsten Buchmesse endlich auch Starfield und Cyberpunk 2077 nachzuholen.
Was mich besonders berührt hat, war die Resonanz. Ob ich richtig gezählt habe, bleibt unklar, aber es geschätzt über 80 Menschen, die zugehört haben. Alle Stühle waren besetzt, einige standen am Rand, andere saßen sogar auf dem Boden. Dieser Moment – zu sehen, dass Menschen sich aktiv dafür entscheiden, zuzuhören – ist schwer in Worte zu fassen. Und zum Abschluss des Gesprächs kamen sogar drei Menschen auf mich zu, suchten das Gespräch und ließen sich das Buch von mir signieren.
Ein weiterer schöner Moment der Messe war es, Menschen aus dem Verlag kennenzulernen, die sonst eher im Hintergrund wirken. Die Buchproduktion ist oft ein abstrakter Prozess – und plötzlich stehen da echte Personen, mit denen man ins Gespräch kommt, lacht und Erfahrungen teilt. Das gab dem Ganzen noch einmal eine ganz andere Tiefe.
Die Leipziger Buchmesse war für mich nicht nur eine Veranstaltung, sondern ein Erlebnis. Ein erster Schritt auf eine Bühne, die sich plötzlich gar nicht mehr so groß angefühlt hat. Und ganz sicher nicht der letzte.
Danke, Springer Nature, für diese Möglichkeit – und hoffentlich bis zum nächsten Mal!




